GESCHICHTE
Die Geschichte der Insel Sazan, von Saso bis zum Meerespark
Sazan hatte mehrere Namen und mehr als einen Herrscher. Diese Seite verfolgt die Insel vom griechischen Sason und lateinischen Saso der Antike über den italienischen Marineposten Saseno, die Rückgabe an Albanien 1947 und die Jahrzehnte als gesperrte Militärinsel bis heute: Seit 2015 können Tagesbesucher hier an Land gehen.
Die Geschichte Sazans im Überblick
In kaum mehr als einem Jahrhundert wurde Sazan vom italienischen Besitz zur gesperrten albanischen Militärinsel und dann zu einem geschützten Ort, der Besuchern offensteht. Hier sind die Wendepunkte der Reihe nach; die Abschnitte unten erläutern jeden einzelnen und nennen ihre Quellen, die wichtigsten davon am Ende der Seite.
- Antike: auf Griechisch Sason, auf Lateinisch Saso genannt.
- 1914: in italienischer Hand; Italien nennt die Insel Saseno.
- 1920: Albanien erkennt den italienischen Besitz der Insel an.
- 1947: Der Friedensvertrag mit Italien erkennt Saseno als albanisches Staatsgebiet an.
- Jahrzehnte des Kalten Kriegs: militärisches Sperrgebiet.
- 2010: Das umliegende Meer wird Teil des einzigen Meeresnationalparks Albaniens.
- Juli 2015: Die Insel wird für die Öffentlichkeit geöffnet.
Antike Namen: Sason und Saso
In der Antike hieß die Insel auf Griechisch Sason und auf Lateinisch Saso. Die Encyclopaedia Britannica von 1911 schrieb noch von der „Insel Saseno, dem antiken Saso“ und verband so den italienischen Namen mit dem klassischen. Spätere Erzählungen über antike Schlachten und mittelalterliche Stützpunkte auf der Insel bleiben hier außen vor, weil sich ihre Quellen nicht überprüfen ließen.
1914–1947: Saseno unter italienischer Herrschaft
Ab 1914 war die Insel in italienischer Hand; Italien nannte sie Saseno. Laut dem Eintrag der Enzyklopädie Treccani zu Vlora besetzten italienische Truppen die Stadt am 28. Dezember 1914; als Italien Vlora mit dem Abkommen von Tirana im August 1920 an Albanien zurückgab, behielt es nur die Insel. Im selben Jahr erkannte Albanien den italienischen Besitz von Sazan an.
Die italienische Enzyklopädie Treccani hält fest, dass der italienisch-albanische Vertrag vom 3. August 1920 den Rechtsanspruch Italiens bestätigte und die Botschafterkonferenz in Paris ihn am 9. November 1921 ratifizierte. Ein Vierteljahrhundert lang war Saseno danach italienisches Staatsgebiet, etwa 5 km vor der albanischen Küste.
1947: zurück an Albanien
Der Friedensvertrag mit Italien, am 10. Februar 1947 in Paris unterzeichnet, gab die Insel an Albanien zurück. Der Artikelentwurf, den die Aktenedition „Foreign Relations of the United States“ des US-Außenministeriums festhält, lautet übersetzt: „Italien erkennt an, dass die Insel Saseno Teil des Staatsgebiets Albaniens ist, und verzichtet auf alle Ansprüche darauf.“
Jahrzehnte als gesperrte Militärinsel
Unter albanischer Herrschaft war Sazan viele Jahre militärisches Sperrgebiet. Die Nationale Tourismusagentur Albaniens beschreibt die Überreste eines Militärstützpunkts auf der Insel mit Tunneln und Gebäuden aus der Zeit des Kalten Kriegs, und die Nationale Küstenagentur vermerkt, dass der Marinehafen der Insel in der Bucht Shën Kolla an der Ostküste angelegt wurde.

Viele verbreitete Geschichten darüber, was der Stützpunkt enthielt, sind durch keine verlässlichen Quellen belegt und fehlen deshalb hier. Zu sehen sind heute verlassene Bunker und Gebäude, allerdings nur von außen.
2010 und 2015: erst Meerespark, dann offen für Besucher
2010 wurde das Meer um Sazan und entlang der Halbinsel Karaburun zum Meeresnationalpark Karaburun-Sazan erklärt, dem einzigen Meeresnationalpark Albaniens. Er ist als Nationalpark eingestuft (IUCN-Kategorie II), und ein Regierungsbeschluss von 2022 vergrößerte ihn leicht auf etwa 12.400 Hektar, so die Nationale Agentur für Schutzgebiete.
Fünf Jahre später, im Juli 2015, öffnete die Nationale Küstenagentur die Insel Sazan selbst für die Öffentlichkeit. Wer heute dort an Land geht, durchquert auf dem Weg dorthin die geschützten Gewässer des Parks.
Sazan heute
In der Saison 2026 ist die Insel ein Tagesziel unter militärischer Aufsicht. Laut Triton wird der Anleger vom albanischen Militär überwacht, Landungen sind von 08:00 bis 19:00 Uhr möglich, der Zutritt ist kostenlos, den Strand betreibt ein Investor, und Sonnenliegen, Sonnenschirme, Speisen und Getränke gibt es auf der Insel gegen Bezahlung.
